Optionsscheine
Optionsscheine als derivative Finanzinstrumente erfreuen sich mehr und mehr großer Beliebtheit bei privaten Anlegern. Noch vor fünfzehn Jahren wurden sie in nur kleinstem Umfang an der Börse gehandelt. Mittlerweile übersteigt ihre Anzahl und Vielfalt jegliche Erwartungen, sei es der Händler, wie auch der Produktentwicklungsabteilungen der Banken.
Da sie als Hebelprodukte auch einen sehr starken spekulativen Charakter besitzen, sollten sich Anleger vorher gründlich über Funktionsweise, Risiken und Chancen der Optionsscheine informieren. So kann die Hebelwirkung der Optionsscheine sowohl eine überproportionale Beteiligung an Kursgewinnen, wie auch an entsprechenden Verlusten bewirken.
Optionsscheine als Finanzinstrumente treten in vielerlei Ausstattungen auf: ob als Gratisausgabe für Aktieninhaber bei Kapitalerhöhungen von börsennotierten Unternehmen, ob als Scheine mit oder ohne Laufzeitbegrenzung oder auch als Turbos, Spreads oder Capped. Die Produktbeschreibung gibt nur eine vage Idee, wie der Schein tatsächlich funktioniert. Daher sind alle Emittenten gesetzlich verpflichtet, einen Verkaufsprospekt herauszugeben und gratis zur Verfügung zu stellen, um den Anlegern sachlich Chancen, Risiken und Funktionsweise des jeweiligen Optionsscheins offen zu legen. Dabei sollte sich der Investor nicht nur von der Ausstattung des Optionsscheines, sondern ebenso vom zugrunde liegenden Wert, dem Basiswert oder Underlying, machen.
Letztendlich besitzen Optionsscheine als Produkt einen geringeren Kaufpreis als dies bei Aktien, Anleihen oder auch Zertifikate der Fall ist. Dafür bergen sie aber auch entsprechende Anlagerisiken. Die Werte, auf welche sich Optionsscheine beziehen, sind vielfältig: neben den klassischen Optionsscheinen auf Aktien, gibt es welche auf Indices, Rohstoffe oder Edelmetalle, wie auch auf Futures-Geschäfte. Als Emittenten treten einerseits die Unternehmen selbst auf, wie aber auch Banken Optionsscheine nutzen, um sich Liquidität zu verschaffen.